Interview mit Dr. Martin Schirmbacher: Auswirkungen der DSGVO auf das E-Mail Marketing

Dr. Schirmbacher: Auswirkungen der DSGVO auf das E-Mail MarketingWie verändert die DSGVO das E-Mail Marketing? Welche juristischen Aspekte müssen bei der Adressgewinnung beachtet werden? Und in welchem Rahmen dürften Kampagnen ausgewertet werden? Diese und weitere Fragen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen beantwortet Dr. Martin Schirmbacher im Interview mit dem EmailMarketingBlog.

Dr. Martin Schirmbacher praktiziert in der auf Medien und Technologie spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei HÄRTING Rechtsanwälte in Berlin und betreut viele namhafte Agenturen und Unternehmen aus der Online-Branche ebenso wie Werbetreibende. In seiner Mandatsarbeit dreht sich viel um die Zulässigkeit alter und neuer Online-Werbeformen.

Schirmbacher und sein Team beraten zur Zeit sehr viel im Datenschutz. Schirmbacher ist bekannter Speaker bei einer Vielzahl von Branchenevents. Schirmbacher hält für Mandanten regelmäßig Workshops, Schulungen und Inhouse-Seminare ab.

Herr Dr. Schirmbacher, die DSGVO sorgt auch unter E-Mail-Marketing-Verantwortlichen für Aufregung. Ist diese Aufregung überhaupt berechtigt? Was sind aus Ihrer Sicht die gravierendsten Auswirkungen der DSGVO auf das E-Mail-Marketing?

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Umfrage: Nur jeder zweite E-Mail-Marketing-Manager ist mit seiner Arbeit zufrieden

Nur jeder zweite E-Mail-Marketing-Manager ist mit den Ergebnissen seiner Arbeit zufrieden – das geht zumindest aus einer Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V hervor.

Die Umfrage, die ausschließlich unter E-Mail-Marketing-Experten durchgeführt wurde, ergab zudem, dass E-Mail-Marketing bei den Unternehmen im Durchschnitt 17 Prozent des Marketing-Budgets ausmacht. Die Untersuchung hält auch Ergebnisse zu den wichtigsten KPI und den größten Herausforderungen bereit. Demnach ist Automatisierung eine große Herausforderung, aber ebenso das Thema Personal.

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Re-Opt-In Kampagnen im Zuge der DSGVO: “Ein Mißverständnis mit erheblicher Tragweite”

In der E-Mail Marketing Gruppe auf Facebook wurde vor einigen Wochen über die Sinnhaftigkeit von Re-Opt-In Kampagnen im Zuge der DSGVO diskutiert. Christian Schmidt, der Geschäftsführer des E-Mail-Marketing-Dienstleisters CleverReach, hat zu dem Thema in einem Interview mit dem Magazin Clap passende Worte gefunden:

Bloß weil sich die Strafen bei Straßenverkehrsverstößen verschärft haben, hat doch auch nicht jeder die Führerscheinprüfung wiederholt. Denn, was vielen nicht bekannt ist: Es ändert sich kaum etwas. Das alte Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) überschneiden sich in vielen Bereichen, da wir hier in Deutschland und Europa schon immer den strengsten Datenschutz hatten.

Darüber hinaus zielen die neuen Regeln auf mutwillige Verstöße ab. So führt der Bayerische Landesbeauftragte für Datenschutz erst aktuell wieder aus: „Mit dem Geltungsbeginn der Datenschutz-Grundverordnung (25. Mai 2018) werden die nach bisherigem Datenschutzrecht wirksamen Einwilligungen nicht „automatisch“ unwirksam, auch wenn sie nicht in jeder Hinsicht den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung entsprechen. Vielmehr stellt der Erwägungsgrund 171 zur DSGVO klar, dass die Verantwortlichen in vielen Fällen die Verarbeitung aufgrund einer bereits vor Geltung der Datenschutz-Grundverordnung eingeholten Einwilligung fortsetzen können.“

Wer die Einwilligungen seiner Empfänger zum Newsletter Versand also bereits vor dem Inkrafttreten der DSGVO rechtskonform z.B. per Double-Opt-In eingeholt hat, agiert grob fahrlässig, wenn er jetzt noch einmal diese Einwilligung einfordert, die im Übrigen bei nicht vorhandener Einwilligung rechtswidrig ist und nicht erlaubt ist!

Lesenswert zu dem Thema ist auch der Gastbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Schirmbacher im Absolit Blog: Stichtag 25. Mai 2018: Die große Re-Opt-in-Kampagne

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E-Mail-Marketing für Publisher: “Email is the next great media platform”

StudiVZ Second Life Facebook Google Wave Google Plus Slack Chatbots irgendwas wird die E-Mail killen. Oder doch nicht? Für das Magazin Fast Company ist E-Mail “the next great media platform“.

In der lesenswerten Story berichtet das Magazin, wie das niederländische E-Mail Startup Revue (“An editorial newsletter tool for writers and publishers”) und das Online-Magazin Quartz, das mittlerweile über 750,000 Newsletter-Abonnenten erreicht, E-Mail-basierte Geschäftsmodelle aufbauen und warum auch die etablierten Publisher verstärkt auf diesen Kanal setzen:

Now more than ever, publishers ranging from The Washington Post to The Times of London are joining the ranks of newer media companies like Quartz and Vox Media in emphasizing email newsletters as a way to reach readers.

[…]

In 2014, The Atlantic’s Alexis Madrigal described email as a “tremendous, decentralized, open platform on which new, innovative things can [be] and have been built”—”an exciting landscape of freedom amidst the walled gardens of social networking and messaging services. He also called email the “cockroach of the internet” for its uncanny ability to escape death time and time again.

Welchen Stellenwert E-Mail-Newsletter mittlerweile für Publisher haben können, haben wir hier im Blog bereits mehrfach aufgezeigt (“E-Mail Marketing in der Verlagsbranche: Plötzlich ist E-Mail hip” oder “Wie Buzzfeed mit E-Mail Marketing das Wachstum vorantreibt”).

In eigener Sache: Mit Saphiron unterstützen wir seit 2008 ambitionierte Verlags- und Medienunternehmen bei der Entwicklung und Implementierung von CRM-Strategien und -Taktiken (Kontakt).

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Interview für iBusiness: Die DSGVO als Treiber für das CRM

Die Datenschutzgrundverordnung sorgt in diesen Wochen für viel Wirbel und Unsicherheit. Sebastian Halm hat sich für iBusiness mit mir darüber unterhalten, welche konkreten Folgen die DSGVO für das Marketing hat:

Nico Zorn beobachtet seit einem knappen Jahr, dass die Unternehmen anfangen, mit geschärftem Blick auf die eigenen Bestandskunden zu schauen – denn auf einmal sind die Kunden, die man schon hat, wertvolle Assets beim Ringen mit den möglichen Auswirkungen der DSGVO: “Auf einmal sind auch die CRM-Budgets da – das Thema hat heute endlich die Aufmerksamkeit des Managements.”

Lange Zeit war das CRM Stiefkind: Zorn hat miterlebt, wie bestehende Mitarbeiter es nebenbei mitpflegen mussten oder ein paar Studenten angeheuert wurden, um Daten einzugeben.

“Doch jetzt ist ein Gesetz da, nach dem man auf Kundenwunsch hin plötzlich Auskunft geben oder Datensätze löschen muss”, sagt Zorn: “Viele Firmen müssten da mit ihren aktuellen CRM-Lösungen jemanden losschicken, der in den Systemuntiefen die einzelnen Daten heraussuchen muss.” Viele Mittelständler haben obendrein selbst zusammengebastelte Lösungen, die weder das Gesetz abbilden können – noch funktionell mit anderen Systemen vernetzt werden können.

Halm schließt seinen Artikel mit dem Fazit, dass wir – bei allem Ärger – der DSGVO auch etwas positives abgewinnen können:

Wenn sich Marken wegen der DSGVO mehr um Bestandskunden kümmern – verdient die Datenschutzverordnung von jedem Onlinemarketing-Verband eine Medaille.

Statt nämlich jedem heißen Trend vom Location-based Couponing über Snapchat bis zum VR-Advertising hinterherzurennen, hätten Marken schon vor Jahren einige Schritte unternehmen sollen, die ihnen nun aufgenötigt werden: Respekt vor der Privatsphäre des Kunden, Bestandskundenpflege, Datenhygiene und Investitionen in ein richtig gutes CRM-System.

Marketingexperten predigen das seit Jahren – und ein ganz klein wenig bewegen sich einige Marken in diese Richtung, seitdem Adwords wegen explodierender CpCs zunehmend zum Luxus wird.

iBusiness: Leben nach der DSGVO: Wieso Marken jetzt auf Lead-Marketing setzen müssen (Paid Content)

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Studie: Deutsche Unternehmen stolpern in die DSGVO

Am 24.05.2018 löst die neue EU-DSGVO das bisherige Bundesdatenschutzgesetz ab und ändert die Spielregeln für den Umgang mit personenbezogenen Daten. Entsprechend vorbereitet ist aber nur jedes zehnte Unternehmen – das ergibt eine neue DSGVO-Studie von Absolit Dr. Schwarz Consulting, für die in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Internetwirtschaft 606 mittlere und große Unternehmen befragt wurden.

Während 56 Prozent der Befragten sich mitten in der Anpassung ihrer Prozesse befinden, hatten 27 Prozent zum Zeitpunkt der Befragung (März 2018) noch überhaupt nicht angefangen. In der Pharmabranche liegt dieser Wert sogar bei 48 Prozent. Selbst von den 71 Unternehmen, welche sich rechtlich auf der sicheren Seite sehen, erfüllt nicht einmal die Hälfte auch wirklich alle Anforderungen. “Viele Unternehmen haben die Vorgaben der DSGVO bislang offenbar nur halbherzig umgesetzt”, bemängelt Studienautor Torsten Schwarz. “Angesichts der kurzen Zeit, die bis zum 25. Mai noch verbleibt, gehört das Thema in der Agenda nun nach ganz oben.”

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Gmail: Umfangreiches Update bringt neues Design und Abmelde-Vorschläge

Google rollt seit einigen Tagen ein umfangreiches Update aus, das neben einem neuen Design diverse neue Features beinhaltet. Aus E-Mail-Marketing-Perspektive ist insbesondere eine Funktion relevant, die dem Nutzer proaktiv vorschlägt, nicht mehr gelesene Newsletter abzumelden:

Gmail: Einfacher von Newslettern abmelden

Der Schritt kommt nicht überraschend, da Gmail in der Vergangenheit bereits diverse ähnliche Funktionen integriert hat (Priority Inbox, Unsubscribe Link). Die Richtung ist klar: Gmail will seine Nutzer nicht nur vor Spam, sondern auch von (ursprünglich einmal angeforderten) Werbemails verschonen, deren Inhalt nicht (mehr) relevant ist.

Ausführliche Infos zum Gmail-Update auf Venturebeat: Gmail upgrade brings new web app, confidential mode, nudges, snooze, and more

Lesenswert ist auch ein aktueller Beitrag im Litmus-Blog, der sich ausführlich mit den Abmelde-Vorschlägen und weiteren für das E-Mail-Marketing relevanten Updates beschäftigt: The Big Gmail Update—Here’s Everything Email Marketers Must Know

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OMKB 2018: Vortrag zum Thema Persuasive E-Mail Marketing

Wie lassen sich Erkenntnisse aus der (Wahrnehmungs-) Psychologie im E-Mail Marketing nutzen? Wie kann der Blickverlauf von Rezipienten gezielt gelenkt werden? Und wie können Behavior Patterns angewendet werden, um den Kampagnenerfolg zu verbessern? Diesen Fragen werde ich mich auf der Online-Marketing Konferenz OMKB 2018 am 27. April in Bielefeld widmen.

Ich freue mich darauf den Vortrag halten zu dürfen und natürlich auf das weitere Programm, insbesondere auf die Vorträge von Karl Kratz (Xing), André Morys (Xing) und Daniel Marx (Xing).

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