E-Mail Marketing Studie: E-Commerce Händler verlieren potentielle Neukunden

E-Commerce Händler verschenken Potentiale beim E-Mail-Marketing. Bereits der erste Teil der E-Mail-Marketing Benchmark Studie – Europäische Online Händler im Vergleich – der eCircle GmbH hat gezeigt, dass eine wirkungsvolle Werbung von neuen Newsletter-Abonnenten bei vielen E-Commerce Händlern noch nicht stattfindet.

Der zweite Teil der Studie zeigt nun, dass bei den 20 größten E-Commerce Händlern, darunter IKEA, OBI, Decathlon und Esprit, auch nach den gewonnenen Neuanmeldungen noch Handlungsbedarf bei den sogenannten Willkommensnachrichten besteht. Das sind Nachrichten, die ein neuer Newsletter-Abonnent direkt nach der Anmeldung erhält.

Laut der Studie reagieren beispielsweise erst 40 Prozent der größten E-Commerce Händler mit entsprechend automatisierten E-Mail-Serien. Als Bestätigungsserien wurden hierbei allerdings auch Nachrichten gewertet, die keine Incentives oder Angebote enthalten, mit denen der Kunde im Verteiler angemessen begrüßt wird.

Lediglich fünf Prozent der Newsletter-Versender setzen Willkommensserien ein, die Sonderangebote oder Verweise auf besondere Services enthalten. Die übrigen Unternehmen starten nach der Anmeldung direkt mit dem Versand des generischen Newsletters.

Die deutschen Unternehmen lassen nicht lange auf sich warten

Positiv hingegen fällt die Reaktionszeit bis zur ersten E-Mail auf. Alle der getesteten deutschen Unternehmen schicken die erste Bestätigungs- oder Willkommensnachricht innerhalb von zehn Minuten nach der Anmeldung und reagieren damit zeitnah auf den neuen Abonnenten.

In 45 Prozent der Fälle dauert der tatsächliche Newsletter-Versand allerdings mehr als eine Woche und häufig erfolgte zwischen der Bestätigungs-, beziehungsweise der Willkommensnachricht und dem Eingang des Newsletters keine weitere Kontaktaufnahme.

Viele Willkommensnachrichten werden nicht mit Kundendaten angereichert

Wie bereits in Teil eins der Studie festgestellt, variieren die bei der Anmeldung erfassten Daten sehr stark. Dies weckt die Erwartung von individuellen E-Mail-Kampagnen beim ersten Kundenkontakt.

Umso erstaunlicher ist es, dass in Deutschland noch bis zu 35 Prozent aller Willkommens-E-Mails nicht mit Kundendaten angereichert und so für den Empfänger maximal relevant gemacht werden.

Verlinkungen zu Unternehmensprofilen in Social Networks finden nicht statt

Social Media Einbindungen, die in den Standard-Newslettern durchaus verwendet werden, sind in den Willkommensnachrichten europaweit nicht vertreten.

Darüber hinaus wird kaum ein Link auf den aktuellen Produkt-Katalog bereitgestellt. In Deutschland wird der Katalog zu diesem Zeitpunkt nicht erwähnt, aber auch in den restlichen Ländern nutzt lediglich der verschwindend geringe Anteil von 5 Prozent der Händler die Möglichkeit, den Katalog und damit die zu verkaufenden Produkte zu verlinken.

Die Hälfte der Unternehmen nimmt in Kauf, möglicherweise im SPAM Ordner zu landen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherheit, dass der Newsletter nicht im SPAM-Ordner landet. Der sicherste Weg ist die Speicherung der Absenderadresse im Adressbuch des Empfängers. Das ist jedoch nur dann wirklich sinnvoll, wenn die für den Versand der Bestätigungs- oder Willkommensnachricht verwendete Adresse identisch mit der generellen Newsletteradresse ist. Dies wird in Deutschland allerdings nur von der Hälfte der untersuchten Unternehmen beherzigt.

Fazit: E-Mail-Marketing-Manager verschenken wertvolles Potential zur Kundenbindung

Die hohe Öffnungsrate bei den Willkommensnachrichten und die erhöhte Aufmerksamkeit am Anfang der Kundenbeziehungen lassen vermuten, dass gerade die ersten E-Mails der
E-Commerce-Unternehmen gut durchdacht und ansprechend gestaltet sind. Doch neben zahlreichen hervorragenden Beispielen belegt die Studie auch, dass weiterhin Handlungsbedarf und viel Luft nach oben in Bezug auf Gestaltung und Umsetzung ansprechender Willkommens-bzw. Bestätigungsserien besteht.

Die Studie macht deutlich, dass die ersten Nachrichten an die Abonnenten von einem Großteil der E-Commerce-Händler eher stiefmütterlich behandelt und Chancen den Abonnenten an sich zu binden und in einen Kunden zu konvertieren häufig verschenkt werden.

Die vollständige Studie kann auf der Website von eCircle kostenlos heruntergeladen werden (Registrierung erforderlich).

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Über Nico Zorn

Nico Zorn ist Partner bei Saphiron Digital Strategy Consultants, einer Unternehmens­beratung in den Bereichen Online-Marketing und E-Commerce. Zorn ist seit 1999 in der digitalen Wirtschaft tätig und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Themen E-Mail Marketing und Conversion Rate Optimierung.

Kontakt
E-Mail: nz@saphiron.de
Tel.: +49 (0) 228 -286 98 82 -0

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