Do-It-Yourself Newsletter Tools – Spielerei oder echte Alternative?

(Ein Gastbeitrag von Robert Brandl) Der Markt der E-Mail Marketing Tools verändert sich permanent. Während es noch vor ein paar Jahren hauptsächlich um die korrekte Auslieferung und Darstellung von HTML-Newslettern ging, ist dies mittlerweile zur Commodity geworden. Viele der Funktionen, die früher teuren Enterprise-Lösungen vorbehalten waren, bekommen Kleinversender heute schon umsonst.

Was können die Newsletter Tools für Einsteiger?

Split-Testing, Autoresponder, E-Mail Client Testing und wirklich gute Template-Editoren sind inzwischen bei den MailChimps dieser Welt zum Standard geworden. Solche Grundfunktionalitäten meistern die guten Anbieter Ihrer Zunft mit Bravour. Dabei glänzen sie mit einfach zu bedienenden Web-Interfaces, mit denen sie Pluspunkte vor allem bei jenen Anwendern sammeln, die dies komplexen Enterprise-Lösungen der alten Schule vorziehen.

Allerdings muss man sich darauf einstellen, dass bestimmte Features länger brauchen, bis sie im Lowcost-Bereich ankommen. Responsive Templates, die in der Enterprise-Riege bereits seit längerem Standard sind, gibt es bei deutschen DIY-Anbietern erst seit relativ kurzer Zeit. Schneller sind die US-Anbieter; dort führte MailChimp bereits 2013 einen responsiven Template-Editor ein.

Insgesamt kann man aber sagen, dass die Newsletter Tools für Selbstanwender mit dem reinen Versand von Newslettern oder Autorespondern überhaupt keine Probleme haben. Möglicherweise kommt die Zustellbarkeit nicht ganz an das Level heran, das gute Enterprise Tools bieten – jedoch haben Versender mit kleineren Versandlisten aus kostentechnischen Gründen sowieso kaum eine andere Wahl als auf DIY-Lösungen zu setzen.

Welche Anbieter sind empfehlenswert?

Sieht man sich den US-Anbieter MailChimp an, so listet dieser eine beachtliche Bandbreite von Funktionen auf. Nicht nur das Tool an sich ist responsive und kann problemlos von Tablets aus bedient werden, sondern auch die Newsletter-Templates passen sich den mobilen Endgeräten der Leser an.

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Marketing Automation mit Mailchimp.

Vor kurzem wurde sogar die “Marketing Automation for Everyone” ausgerufen. Darunter fallen vor allem Trigger-gesteuerte Kampagnen wie das Versenden einer E-Mail nach dem Besuch einer bestimmten Webseite (“Goal”) oder dem Kampagnenversand nach dem Kauf eines Artikels. Mit Enterprise-Tools, die grafische Kampagnenflüsse erstellen lassen, kann sich das allerdings nicht messen. Ein Nachteil stellt des Weiteren die Tatsache dar, dass die Amerikaner weder ein deutsches Interface noch Support auf Deutsch anbieten.

Kleinere Versender kommen in den Genuß eines funktional limitierten kostenlosen Tarifs: bis zu 2.000 Empänger und 12.000 E-Mail pro Monat gibt es für $0. In Deutschland hat es etwas länger gedauert, bis die Einstiegslösungen auf responsive Template-Editoren umgestiegen sind. Inzwischen git es aber einige interessante Lösungen.

cleverreach-autoresponder

Verwaltung von Autoresondern mit Cleverreach.

Das Oldenburger Unternehmen CleverReach hat gerade erst die neue Version seiner Web-Applikation veröffentlicht, die jetzt auch komplett mobiltauglich ist. Marketing-Automation ist vorhanden in Form von Autorespondern und Kampagnen, die durch Klicks in Newsletter oder Käufe im Online Shop getriggert werden. Wie auch bei MailChimp sind richtige Kampagnen-Flows oder Warenkorbabbruchs-E-Mails leider Fehlanzeige.

Bis zu 250 Empfänger und 1.000 E-Mails monatlich kosten bei CleverReach gar nichts.

newsletter2go

Die Oberfläche des Newsletter-Tools Newsletter2Go.

Aus Berlin kommt Newsletter2Go. Als erstes deutsches DIY-Tool konnte es responsive Tempates vorweisen. Allerdings liegt hier der Fokus aktuell noch nicht voll auf dem Thema Marketing Automation, was aber durchaus noch kommen kann angesichts der kurzen, innovativen Historie von Newsletter2Go. Neben Autorespondern bietet Newsletter2Go die “üblichen Verdächtigen” wie Geburtstags-Emails sowei Klick- und öffnungsgeseuerten Trigger-Kampagnen.

User des Tools werden mit monatlich 1.000 E-Mails beschenkt, die Anzahl der Empfänger in der Datenbank ist hierbei egal.

Weitere interessante deutsche Anbieter sind Rapidmail, Clever Elements und Newstroll. Weiterführende Informationen sowie Testberichte dieser Tools finden Sie hier.

Fazit

MailChimp, CleverReach und Newsletter2Go stellen solide Einstiegslösungen dar, die alle das 1×1 des Newsletter Marketing solide abfrühstücken. Den Vorteil von simplen User Interfaces sollte man hinsichtlich der Akzeptanz bei Mitarbeitern nicht unterschätzen.

In den USA kristallisieren sich mit Lösungen wie Infusionsoft und Ontarport bereits kleine CRM-Systeme heraus, die speziell auf das Thema Marketing Automation ausgelegt sind. Wir können gespannt sein, wie sich dieses Thema auf dem deutschen Markt entwickeln wird und wer langfristig die hiesigen Protagonisten sein werden.

Über den Autor

robert-brandlRobert Brandl betreibt die Plattform EmailToolTester.com. Dort testet er Newsletter Tools für kleine Firmen und Mittelständler auf Herz und Nieren. Auf Twitter finden Sie ihn unter: twitter.com/robertbrandl

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Über Nico Zorn

Nico Zorn ist Partner bei Saphiron Digital Strategy Consultants, einer Unternehmens­beratung in den Bereichen Online-Marketing und E-Commerce. Zorn ist seit 1999 in der digitalen Wirtschaft tätig und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Themen E-Mail Marketing und Conversion Rate Optimierung.

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2 Kommentare zu Do-It-Yourself Newsletter Tools – Spielerei oder echte Alternative?

  1. Katharina von Bloggen für schlaue Frauen 4. November 2014 at 17:21 #

    Hallo Robert, eine schöne Zusammenfassung! Ich selbst nutze Mailchimp und bin im Grunde sehr zufrieden. Bei Klick-Tipp reizt mich zwar das Tagging (das kein DIY-Anbieter sonst hat soweit ich weiß), aber bisher ist mir Klick-Tipp schlichtweg noch zu „teuer“. Infusionsoft sieht auch gut aus. Gehört Getresponse auch in diese Riege? Aber das sind dann schon ganz andere Hausnummern. Viele Grüße, Katharina

  2. Robert 12. November 2014 at 19:07 #

    Hallo Katharina,
    sorry, habe deinen Kommentar leider erst jetzt gesehen! Das Tagging ist in der Tat eine starke Funktion nur leider ist Klick-Tipp als Firma ein bisschen fragwürdig. Bei meinem Test war der Support extrem langsam und wie du schon sagst sind die Preise sehr hoch für das was man bekommt.
    Getresponse habe ich leider noch nicht getestet, es steht aber auf meiner Liste.